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Schule ohne Rassismus

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

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Seit Mai dieses Jahres arbeitet an unserer Schule die Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dieses Projekt wird durch die Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend sind Förderer. Dieses Projekt ist ein Schülerprojekt.

 

Unsere Motivation zur Beteiligung am Projekt:

An unserer Schule lernen derzeit 247 Schülerinnen und Schüler. Davon haben 41 einen Migrationshintergrund sowie 43 Schülerinnen und Schüler Förderbedarf. Wir wünschen uns unsere Schule als einen Lernort, der verschiedene Kulturen und Menschen mit ganz unterschiedlichen Sprachen und Handicaps miteinander verbindet. Wir finden es sehr wichtig, vorurteilsfrei und fair miteinander zu lernen. Denn unsere Welt ist global vernetzt und da versteht es sich von selbst, diesen Gedanken auch in die Lernkultur unserer Schule zu integrieren. Deshalb haben wir Schülerinnen und Schüler uns entschieden, nicht nur darüber zu reden, sondern eine Tatsache daraus zu machen.

 

Wir sind: Dshamilja Palm , Angela Vitieva, Lara Hidanovic, Pascal Rasch, Elisa Hagen, Sirina Bakdalieh, Elisa Pristaff, Charlotte Schulze, Justina Markus, Lea Kost, Jonas Parnack, Emma Köhler, Isabell Decker, Vanessa Becker, Franz Küh Javela, Ben Zegenhagen, Mustafa Hamdosh 

 

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Unser Ziel:

Wir kämpfen darum, den Titel im Laufe dieses Schuljahres verliehen zu bekommen. Dazu treffen wir uns regelmäßig, um unseren Weg zur Titelgewinnung zu gestalten und unser Vorankommen zu dokumentieren.

 

Das haben wir mit tatkräftiger Hilfe der Schulsozialarbeit schon geschafft:

Am 30. Mai gestalteten wir einen Elternabend, an dem wir unsere Idee öffentlich gemacht haben.

Am 8. November fand an unserer Schule eine Zukunftskonferenz statt, auf der wir uns als ein „Standbein“ der „Fairen Schule“ präsentierten.

Den Tag der offenen Tür am 08.12.2018 nutzten wir zur Vorbereitung, um die Schülerinnen und Schüler, die Kooperationspartner und die Technischen Kräfte unserer Schule demnächst über unser Vorhaben zu informieren.

Unsere Arbeitsschwerpunkte:

Anfertigen von Flyern, Plakaten, Button zur Verbreitung unserer Idee

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Vorbereitung der Unterschriftensammlung

Patensuche und Abstimmung der gemeinsamen Arbeit

 

Unsere Paten:

Wir sind sehr stolz, dass wir als Paten für unser Projekt gewinnen konnten:

Gerald Lehmann, Bürgermeister der Stadt Luckau

Sylvia Lehmann, Landtagsabgeordnete in Brandenburg, SPD

Carsten Embach, Weltmeister und Olympiasieger im Bobsport

 

 

 

 

 

 

Sylvia Lehmann

 

Warum ich die Bewerbung der Oberschule „An der Schanze“ für den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unterstütze:

 

Auch in unserer Region gibt es im Alltag Rassismus. Menschen werden wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder ihrer Religion benachteiligt, gemobbt, beschimpft oder sogar körperlich bedroht und angegriffen.

Der Artikel 3, Absatz 3, unseres Grundgesetzes legt fest: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das bedeutet, dass der Staat mit seinen Mitteln, wie der Polizei und der Justiz, verpflichtet ist, Rassismus in seinen vielfältigen Formen zu bekämpfen.

Doch er Kampf gegen Rassismus kann nicht nur staatliche Aufgabe sein, sie geht jeden Einzelnen an. Jede und jeder kann sich in seinem Umfeld, privat und beruflich, gegen Rassismus engagieren. Dazu braucht es manchmal Courage, es braucht aber vor allem auch Wissen.

Oft entspringt Rassismus der Unkenntnis über das Fremde, das Andere. Wer wenig oder nichts über andere Kulturen, Religionen oder Lebensweisen weiß, ist anfälliger für Vorurteile. Dagegen hilft nur die Vermittlung von Wissen.

Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzt genau dort an. Mit Hilfe eines bundesweiten Netzwerkes kann eine Schule unterschiedlichste Aktivitäten entwickeln, um mit allen Angehörigen – Schülerinnen und Schülern, Lehrenden und anderen Mitarbeitern – Zeichen gegen Rassismus zu setzen. An der Oberschule „An der Schanze“ in Luckau hat sich eine Projektgruppe gebildet, die für die Teilnahme der Schule am Projekt wirbt. Gerne unterstütze ich als Mitglied des Landtages Brandenburg dieses bemerkenswerte Engagement der jungen Frauen und Männer in Luckau und stehe für die zukünftigen Aktivitäten gerne an ihrer Seite. 

 

 

 

 

 

Carsten Embach

 

Liebe Projektgruppe,

zunächst vielen Dank für euren Brief und die damit verbundene Einladung als Pate für das Projekt „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ in den Blick der Öffentlichkeit zu treten. Gerne möchte ich euch in einem persönlichen Gespräch etwas über meinen Lebensweg erzählen, über die Dinge welche mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr geprägt haben. Bezugnehmend auf eure Frage zu meiner Motivation, sich für dieses/euer Projekt zu engagieren, nachfolgendes Statement:

Ich unterstütze das Projekt "Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“, weil Diskriminierung und Rassismus in der heutigen Zeit keinen Platz haben dürfen. Gerade weil ich als sehr erfolgreicher Sportler mit 7 Olympischen Spielen ein sehr privilegiertes Leben führen durfte, somit über drei Jahrzehnte viele verschiedene Länder, Nationen, Kulturen in unzähligen sportlich fairen Wettkämpfen erlebt habe. Dieses Leben, egal ob als Spitzensportler, Bundestrainer, Sportfunktionär, war immer geprägt von gegenseitigem Respekt gegenüber allen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Hautfarbe.


Viele Grüße Carsten

 

Auszug aus einem Interview zum Thema Integration….

Carsten Embach ist Olympiasieger im Viererbob 2002 und Bundestrainer am Stützpunkt Potsdam des Deutschen Bob- und Schlittenverbandes und hat einen Lehrauftrag an der Universität Potsdam. Er setzt sich bereits seit Jahren für Kinder und Jugendliche ein.

Bob-Olympiasieger Carsten Embach (Foto: Carsten Embach)

Embach hat in seiner Sportlerkarriere, die er als Leichtathlet begann und als Mitglied eines Bobteams beendete, den integrativen Charakter des Sports selbst erfahren. Am 2. und 3. Oktober wird er als Pate für das Programm „Integration durch Sport“ bei den zentralen Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit in Potsdam Auskunft geben. Zuvor im Interview:

Herr Embach, was bedeutet für Sie Integration im Sport?

Carsten Embach: "Jede Form von Sport, insbesondere von Mannschaftssport, ist für mich schon an sich Integration. Beim Sport mit Anderen gibt es immer ein Leistungsgefälle, von dem die Schwächeren profitieren können. Da geht es erst um das Miteinander und danach um das Gegeneinander. Das heißt auf der einen Seite muss man nach der eigenen maximalen Leistung streben, aber andererseits sich in ein Team integrieren."

Was zeichnet Integration im Sport heute besonders aus?

Carsten Embach: "Bei Mannschaftssportarten ganz eindeutig der Teamgedanke, das gemeinsame Streben nach einem Ziel. Der Sport kann integrieren, weil er jedem Einzelnen seine eigenen Grenzen aufzeigt und ihm demonstriert, was man in einem Team erreichen kann. Sich mit anderen zu messen, seine eigenen Fähigkeiten auf sportlicher Ebene mit anderen zu vergleichen, das hilft für den Umgang mit anderen Menschen im Leben."

Was bedeutet Integration speziell im Bobsport?

Carsten Embach: "Integration im Bobsport bedeutet das Einordnen in ein Team hinter dem Piloten. Der Pilot hat vielleicht eine kleine Sonderstellung, doch speziell im Vierer sind hinter ihm alle gleich. Da muss man sich anpassen können, bzw. es im Laufe seiner Karriere erst noch lernen, um Erfolg zu haben. Der Teamgedanke steht im Bobsport für den Integrationsgedanken. Besonders die Konzentration auf die eigene Leistung einerseits, dann aber auch die Fähigkeit sich in einem Team integrieren zu können und alle Gedanken auf den Erfolg des Teams auszurichten, das ist eine spezielle Herausforderung des Bobsports."

Welchen Stellenwert hat für Sie heute der Integrationsgedanke?

Carsten Embach: "Integration war noch nie so wichtig wie heute. Vielen Jugendlichen fehlt ein Ziel. Auf Grund der Fülle von Angeboten, aus denen die Jugendlichen auswählen können, fehlt ihnen häufig die Zielstrebigkeit, manche sind sogar orientierungslos. Sie lassen sich von kleinen Rückschlägen schnell entmutigen und nehmen andere eher als Konkurrenten denn als Kameraden wahr. Der Sport kann da wertvolle Hilfestellungen geben. Die Jugendlichen lernen Disziplin und Einsatzwillen zu zeigen, und das ist wichtig für das spätere Leben."

Wie kam es für Sie zur Zusammenarbeit mit dem Programm Integration durch Sport?

Carsten Embach: Ich habe mich schon immer viel für die Belange von Kindern und Jugendlichen eingesetzt, da lag der Gedanke nahe, auch für die sehr lohnenswerte Initiative etwas zu tun. Ich möchte den Kindern und Jugendlichen damit zeigen, was der Sport für einen wichtigen Beitrag zum Leben leisten kann.