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Schule ohne Rassismus

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Es gibt Neues zu berichten:

 

WIR MACHEN WEITER!

 

Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage

Bundeskoordination

Karl- Heinrich- Ulrichs-Str. 11

10787 Berlin

 

 

Verteidigung des Titels „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 02.April 2019 erhielten wir durch die Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage unsere Anerkennung.

Im Rahmen eines Festaktes zum 45.Jahrestages unserer Schule wurde uns der Titel feierlich durch Frau Schröder und Herrn Dietrich als Beauftragte der RAA verliehen.

Seitdem ziert das Logo unser Schulhaus und wir sind bemüht, diesem Titel in unserer täglichen Arbeit Rechnung zu tragen.

Eine Schülerarbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, um in einem gemeinsamen Austausch mit betreuenden Lehrern und der Schulsozialarbeiterin Projekte abzustimmen und durchzuführen sowie auf aktuelle Gegebenheiten zur Schärfung unseres Profils zu reagieren.

Hiermit bitten wir Sie um die weitere Anerkennung des Titels „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“.

Im Folgenden sind die Projekte beschrieben, die wir neben den Grundsätzen der täglichen gemeinsamen Arbeit, die sich aus diesem Titel ergeben, initiiert und durchgeführt haben:

  1. Destroy racism! -Be like a panda…- eine Schulhofaktion am 03.09.2019 (Anlage 1)
     
  2. Jährliche Schokoladenaktion- Wir sammeln Schokolade für die Waisenkinder aus der Umgebung von Tschernobyl, um den Lübbener Kinderhilfsverein in seiner Arbeit zu unterstützen, Ergebnis: 247 Tafel für den Weihnachtstransport
     
  3. “Meine Helden- meine Träume” ein Theaterstück zum Thema Mitläufertum für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 (Anlage 2)
     
  4. „Alles nur Bilder im Kopf“- ein Unterrichtsprojekt zum Thema Rassismus und Vorurteile
     
    für die Jahrgangsstufe 8 in Unterstützung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Anlage 3)
     
  5. Projekt „Chat der Welten“- ein zweitägiger Workshop zum Thema „Arm und Reich“, durchgeführt mit Unterstützung und finanzieller Absicherung der RAA (Anlage 4)

 

  1. „Herausforderungen unserer Zeit- Terrorismus in unserer Welt“- Jugendoffizier Hauptmann Bittner besprach mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 viele Fragen zum Thema der Gefahr von Terrorismus (Anlage 5)
     

In Planung:

  1. Geplant war für den 16.März eine ähnliche Veranstaltung mit dem Jugendoffizier für die Jahrgangsstufe 10, die verlegt wurde aus gegebenem Anlass.

 

  1. Für den 22.06.2020 konnten wir eine Verabredung mit dem Rapper Matondo zu einem eintägigen Workshop für die Jahrgangsstufe 7 treffen. Aufmerksam sind die Schülerinnen und Schüler auf Matondo im Rahmen der Regionalkonferenz im Oktober 2019 im Brandenburger Landtag geworden. Wir sind sehr stolz, dass Matondo zugesagt hat.
     

Die Schülerinnen und Schüler der Oberschule „An der Schanze“ in Luckau sowie die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulsozialarbeiterin und unsere technischen Mitarbeiter versichern, dass wir auch im kommenden Abrechnungszeitraum unser Bemühen auf die Verteidigung des Titels ausrichten.

Mit freundlichen Grüßen

I.Kadach, betreuende Lehrerin

Anlagen: 1-5

nachrichtlich: -      A. Rauch, RAA Brandenburg

Frau Schröder und Herr Dietrich als unsere Berater von der RAA Brandenburg

 

Anlage 1

„Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“- wir, die Mitglieder der Projektgruppe der Oberschule „An der Schanze“, berichten von unserer Aktion am 03.09.2019.

 

In den vergangenen 2 Schulwochen geriet unsere Schule über soziale Netzwerke in den Fokus der Öffentlichkeit. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr betroffen, dass Auseinandersetzungen zwischen unseren Schülern außerhalb des Schulbereiches in den Sozialen Medien zum Anlass genommen wurden, unser Schulklima in Frage zu stellen.

Dem wollten wir begegnen. Deshalb haben wir alle Schülerinnen und Schüler zu unserer Schulhofaktion eingeladen.

 

Die Bilder zeigen, wofür wir stehen, nämlich für Offenheit, Toleranz und ein buntes Miteinander. Darum haben wir die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 und 8 gebeten, ihr Statement mit Kreide auf den Schulhof zu malen.

collage

Wir haben diese Aktion auch genutzt, um unsere Neuen der Jahrgangsstufe 7 zu begrüßen und sie herzlich eingeladen, uns und unser Anliegen zu unterstützen.

 

Unsere Aktion wurde durch folgende Worte begleitet:

 

Udo Lindenberg sang mit seinen Kids on stage: „Komm, wir ziehen in den Frieden.“

Wir haben dieses Lied nicht ohne Grund als Einstiegssong ausgewählt.

 

Wer sind wir: Die Mitglieder der Projektgruppe „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ und viele unterstützende Lehrerinnen und Lehrer der Oberschule „An der Schanze“.

Ein Mensch, die Quelle ist unbekannt, hat `mal gesagt: „Frieden ist, wenn die Hautfarbe egal ist.“ Das finden wir auch.

 

 

 

Frieden ist aber noch viel mehr, nämlich:

                              - in Ruhe lernen und arbeiten zu dürfen,

                              - sich in seinen Eigenheiten wahrgenommen zu fühlen,

                              - miteinander reden zu können.

 

Frieden heißt aber auch:

                              - mit denen ins Gespräch zu kommen, die andere Statements -                                       demokratisch, aber eben auch undemokratisch - vertreten,

                              - mit denen ins Gespräch zu kommen, die nicht friedlich einen

                                Konflikt austragen können oder nicht wollen.

 

Dagegen muss man couragiert vorgehen und die heutige Aktion, zu der wir die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 und 8 herzlich willkommen heißen, soll zeigen:

 

Wir stehen zu unserem Titel und wir

 leben ihn.

 

Wir werden nicht zulassen, dass unser Ruf beschädigt wird.

 

 

Seid couragiert und denkt daran:

 

„Es gibt kein Besser oder Schlechter, nur Unterschiede. Diese müssen respektiert werden, egal, ob es sich um die Hautfarbe, Lebensweise oder eine Idee handelt.“

Kote Kotah (Chumash-Indianer)

 

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Anlage 2

 

Meine Helden- meine Träume- ein Theaterstück im Rahmen der Kooperationspartnerschaft mit dem Theater Senftenberg

 

Der Schauspieler Dimitrij Breuer erzählt die Lebensgeschichte von Jonas Brandt, einem 15 jährigen jungen Mann, der in den Kreis von falschen Vorbildern gerät und sich in Folge dessen der schweren Körperverletzung an seinem besten Freund mitschuldig macht.

 

Im Rahmen des Deutschunterrichtes besuchten am 26.09.2019 65 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 diese Klassenzimmerproduktion.

Eine Geschichte, die aus dem Leben gegriffen ist und so tagtäglich passieren kann.

 

Zum Inhalt:

„In seinem ehemaligen Klassenzimmer erinnert sich Jonas daran, wie sein großer Traum zum Albtraum wurde. Von Zuhause kennt er nur Gewalt und Stumpfsinn. Erst im Box-Club bekommt der Junge Aufmerksamkeit und Hilfe, erfährt, dass er mit Geduld und Eifer etwas erreichen kann. Im Club findet er auch einen echten Freund: Mo, dessen Familie das genaue Gegenteil seiner eigenen ist. Jonas fühlt sich wohl und er fühlt sich stark, so stark, dass er sogar die schöne Jessica in der Schule vor einem zudringlichen Kerl in Schutz nehmen kann! Das bringt ihm ein Lob von Jessicas älterem Bruder Heiko ein und Jonas ist sehr stolz. Überhaupt ist Heiko ein toller Kerl, er nimmt Jonas mit auf heimliche Konzerte und zu bierseligen Nächten am Lagerfeuer. Heiko behandelt ihn wie seinesgleichen. Was kümmert es Jonas da schon, dass Heiko und seine Kameraden den ,Ausländer‘ Mo nicht mögen und dass ihm bei ihren Sprüchen schon manchmal etwas unwohl wird. Hauptsache, er gehört dazu und kann in Jessicas Nähe sein. Als Jessica sich jedoch auffällig oft mit Mo trifft, kennt Jonas’ Eifersucht keine Grenzen mehr. Er begeht einen folgenschweren Fehler.“

 

Quelle: https://www.theatertexte.de/nav/2/2/3/werk?verlag_id=verlag_fuer_kindertheater&wid=o_1979191559&ebex3=3, 29.10.2019

Theater

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich in der anschließenden Diskussion beeindruckt von der Tatsache, dass eine falsche Entscheidung folgenschwere Ausmaße haben kann.

So, zum Beispiel, dass

- eine scheinbar unerschütterliche Freundschaft aufgrund von Missverständnissen Mo fast das Leben kostet,

- lieblose und gefühlskalte Eltern Jonas in seiner Kindheit nicht gezeigt haben, dass menschliche Wärme ein notwendiger Bestandteil für eine gelingende Entwicklung eines jeden Kindes sind,

- die Missachtung der Tatsache, dass jede Kommunikation auch Missverständnisse nach sich ziehen kann und -wenn diese unausgesprochen bleiben- sogar Menschenleben fordern könnten.

 

Wir danken dem Schauspieler, Herrn Breuer, sowie der Theaterpädagogin, Frau Gertz, für diese interessanten Einblicke in die menschliche Beziehungswelt.

Alle Schülerinnen und Schüler haben -ohne vordergründig belehrt zu werden- ihre Verhaltensmuster auf den Prüfstand gestellt.

Eine rege Diskussion entbrannte um die Begriffe des Mitläufertums und der Bedeutung von Freundschaften.

Einig waren sich alle: So ein Theaterstück bringt nicht nur eine wohlwollende Abwechslung in den Schulalltag, sondern ist auch unbedingt geeignet, miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Dieses Theaterprojekt ist ein weiterer unterstützender Baustein unserer Bemühungen, als „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ unser Profil zu schärfen.

 

Foto und Text: Ilona Kadach, Lehrerin an der Oberschule „An der Schanze“

 

 

Anlage 3

 

Ein Projekttag gegen Diskriminierung, gegen Rassismus und für couragiertes Handeln

Am Montag, dem 27.01.2020, führten Studenten, die ehrenamtlich für das Netzwerk „Courage“ tätig sind, im Jahrgang 8 unserer Oberschule „An der Schanze“ einen Projekttag durch.

Ziel dieses Projektes war es, unsere Schülerinnen und Schüler weiter für Themen wie Diskriminierung und Rassismus zu sensibilisieren, ihnen aber auch die Bedeutung und Machbarkeit von Solidarität sowie couragiertem Handeln näher zu bringen.

Das Projekt begann für die Schüler der Jahrgangsstufe 8 mit einem Gruppenspiel, wodurch veranschaulicht wurde, dass viele Menschen ähnliche Vorstellungen über Menschen teilen, denen bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Geht dies mit gesellschaftlicher Macht einher, folgen Aus- und Abgrenzung, was als Diskriminierung bezeichnet wird- so realisierten das die Schülerinnen und Schüler.

Nachdem die Begriffserklärung zum Wort „Rassismus“ erfolgte, wurden Ausprägungen und Formen von eben diesem Rassismus in einer Bildergalerie gezeigt, was genügend Stoff für umfangreiche Diskussionen bot.

In einem kurzen Film kamen Betroffenen zu Wort, die ihre Erfahrungen mit täglichem Rassismus schilderten.

Dadurch wuchs bei den teilnehmenden Schülern die Erkenntnis, dass Rassismus auf unterschiedlichen Ebenen- zwischen einzelnen Menschen- in Gesetzen und Institutionen  (Historischer Bezug)- in Bildern und als Vorurteil- präsent sein kann.

Anschließend wurden Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus besprochen. Kooperationsspiele, die die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns verdeutlichten, waren einerseits ein lockerer Ausklang, machen andererseits aber auch Mut zu couragiertem Handeln.

Dieses Projekt unter der Schirmherrschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes wird auch weiterhin Bestandteil unserer unterrichtlichen Auseinandersetzung mit Formen des Rassismus und der Diskriminierung sein.

 

Geschrieben von H. Grams, Lehrerin für PB

 

 

Anlage 4

 

 

 

LRn

 

Alle Vervielfältigungsrechte bei der „Lausitzer Rundschau“

 

Anlage 5

 

Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage

 Ein Projekt im Rahmen „ Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“

Am 11.03.2020 fand für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe  9 der Oberschule „An der Schanze“ der Unterricht in einem anderen Rahmen statt.

Es wurde zwar nicht der Lernort gewechselt, aber die lehrende Person erschien diesmal in schicker Uniform der Bundeswehr. Zu Gast war Hauptmann Bittner, der Jugendoffizier, verantwortlich für den Schulamtsbezirk des LDS und Cottbus . Im Rahmen des Unterrichtes „Politische Bildung“ kam  Hauptmann Bittner mit den Schülerinnen und Schülern unserer Schule zum Thema „Herausforderungen unserer Zeit: Terrorismus und seine Facetten“ ins Unterrichtsgespräch.

Die Schülerinnen und Schüler wurden mit Bildern zu Angriffen auf Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus konfrontiert. Dabei wuchs bei den Schülern sehr schnell die Erkenntnis, dass man sich der Angst der Menschen  ganz gezielt bedient und so den Nährboden für Hass und Zerstörung sät.

Mit gängigen Klischees wie

  • Wir in Deutschland leben gefährlich.
  • Seitdem die vielen Ausländer bei uns leben, steigt das Gefahrenpotential für die Deutschen.
  • Die Ausländer nehmen uns alles weg.

konfrontierte Hauptmann Bittner seine Zuhörer in Zahl und Bild und führte sie zu der Erkenntnis, dass es gefährlicher ist, auf die Straße zu gehen, als Opfer eines terroristischen Anschlages zu werden. 

Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit den Begriffen Terror und Terrorismus auseinander und konnten noch einmal den 11.September als das bisher einprägsamste Beispiel für Terrorismus in ihre Gedanken und- Wertewelt einsortieren.

Der Wert dieser zwei Unterrichtsstunden bestand für uns darin, dass wir Teilnehmenden auf sehr eindrucksvolle Weise mit festgefahrenen Denkmustern konfrontiert wurden. Zudem wurden wir daran erinnert, dass wir als eine Schule mit vielen geflüchteten Mitschülern die tägliche Chance haben, über den Tellerrand hinauszuschauen, somit unser Denken und Handeln auf solide Füße stellen und unsere Glaubenssätze immer wieder einer Prüfung unterziehen können.

Einig waren sich alle, dass der Prophet im eigenen Unterrichtsraum nicht immer zählt, wenn es darum geht, Lerninhalte nachdrücklich zu vermitteln. Deshalb sind wir Hauptmann Bittner sehr dankbar, dass er sich die Zeit nahm, Schülerinnen und Schüler herauszufordern und uns alle ein Stück reifer gemacht hat, dieses komplizierte Weltgefüge ein wenig besser zu verstehen.

Auch im nächsten Schuljahr werden wir an dieser Unterrichtspartnerschaft festhalten und Hauptmann Bittner als Gesprächspartner im Rahmen unseres Schulcredos „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ einladen. 

 

 

Geschrieben von I. Kadach, Lehrerin für PB